Mittwoch, Oktober 18, 2017

Was kostet's, oder wie kommt der Preis zustande:

Dem Tierarzthonorar liegt ein kalkulatorischer Stundensatz zugrunde. Dieser ist indexangepaßt und wurde am 20.2.2014 mit mindestens 103,00 € netto / Std. kundgemacht.

Die zu entgeltende Gesamtleistung setzt sich zusammen aus:

- Arbeitszeit
+ Geräteaufwand
+ Materialeinsatz
+ sonstiger Aufwand
+ 20% Mehrwertsteuer

Ein Beispiel: Die „0-8-15“ Visite
1) Ordination (Untersuchung, Diagnosenstellung, 
    Führung der Krankengeschichte, Verrechnung) 15 min 25,75.-
2) Injektion s.c.   5,25.-
3) Medikamentenpauschale    1,25.-
Gesamt brutto € 32,25.-
inkl. 20% Mwst netto € 38,70.-


Ein weiteres Beispiel: Kastration Katze:
1) Ordination (Aufnahme, Untersuchung) 15 min  25,75.-
2) Arbeitszeit (Op.Zeit, Besteckpflege vor/nach) 20 min 34,35.-
Arbeitszeit gesamt 35 min 60,10.-

3) Medikamente, Narkose, AB, Analgesie   2,50.-
4) Injektion (dosieren, aufbereiten, setzen) 2x 10,50.-
5) Nahtmaterial   6,90.-
Material + sonstiger Aufwand 19,90.-

Gesamt netto € 80,00
inkl. 20% Mwst bruto € 96,00.-

Landläufig hat man die Meinung: Ein Wurm lebt im Darm und ernährt sich von den Dingen, die wir so essen: Schnitzel mit Erdäpfelsalat, Schweinebraten, Knödel, etc. 

- Nein !, so ist es nicht.

Würmer sind Blutsauger, die als Larve aufgenommen werden; diese durchbohren die Darmwand und gelangen über die Blutbahn in die Lunge. Dort entwickeln sie sich zu Larven höhrer Ordnung, werden raufgehustet und wiederum abgeschluckt. Jetzt erst entsteht der erwachsene Wurm, der sich an die Darmwand heftet und dort Blut saugt. Bei dieser Körperwanderung 'verirren' sich ettliche Larven und bleiben z.B. in der Muskulatur hängen. Hier kapseln sie sich ein und warten auf immunmodulierende Ereignisse wie z.B. Krankheit oder Schwangerschaft. Jetzt "wachen sie auf" und besiedeln via Plazenta oder mehr noch via Milchdrüsen den Welpen. Wir können davon ausgehen, daß jedes Hunde- od. Katzenbaby verwurm ist. Das liegt in der Vortpflantzungs-Strategie des Parasiten. Darum legen wir auf das rechtzeitige und oftmalige Entwurmen so großen Wert.

Der Gesetzgeber hat keine Gewichtsuntergrenze vorgesehen. Somit sind auch Zwerghunde von dieser Pflicht nicht ausgenommen. Sehen sie diese Verpflichtung nicht als lästige Schikane; sie werden im Falle eines Verlustes sehr froh sein, wenn ihr kleiner Liebling schnell wieder den Weg nach Hause findet.

Unter Kastration versteht man eine Entfernung der Keindrüsen (= Hoden bzw. Eierstöcke).
Eine Sterilisation ist eine Unterbrechung der keinführenden Bahnen (= Samenleiter bzw. Eileiter).
Wenn sie ihr Tier zum Tierarzt bringen, damit es nicht mehr rollig oder läufig wird, wird eine sgn. Testektomie bzw. Ovariohysterektomie gemacht. Es werden also die Hoden bzw. Eierstöcke entfernt. D.h. es erfolgt in jedem Fall eine Kastration.

Im Gegensatz zur Katze durchlebt die Hündin 2x pro Jahr mehr oder minder regelmäßig ihren Zyklus. Der Zeitpunkt der Läufigkeit ist vorhersehbar und der Hundehalter kann sich darauf einstellen. Ob eine Hündin kastriert wird oder nicht, ist individuell zu entscheiden und hängt von medizinischen und sozialen Faktoren ab:

verläuft die Läufigkeit normal oder jedes mal länger als 3 Wochen
ist der Ausfluß besonders heftig bzw. mißfarben
wiederholte Scheiträchtigkeiten
psychischer Leidensdruck für die Hündin und deren Umfeld
.....u.s.w.

pro:
keine Läufigkeit
keine Pyometragefahr
geringere Mammatumor-Wahrscheinlichkeit

contra:
chirurgischer Eingriff birgt bei aller Routine Risken
Harninkontinentz im Alter
unnatürlicher "postklimakterieller" Hormon - Zustand
Ethische Problematik

Katzen funkitionieren anders, als andere Säugetiere. Läuft der Sexualzyklus beim z.B. Menschenweibchen automatisch ab, erfolgt bei der Kätzin der Folikelsprung nicht von selbst. Hier erfolgt eine provozierte Ovulation. D.h. der 'Eisprung' wird durch den Begattungsreiz provoziert. Keine Begattung — keine Ovulation. Die Folge ist, daß das Ovum reif im Ovar verbleibt, die Katze macht eine 'Rollingkeitspause' sgn. Interöstrus und wird nach 2 Wochen wieder rollig. Dieser Interöstrus wird jedoch immer kürzer, sodaß das Tier in eine Dauerraunze schlittert. Die unentwegte Ovaraktivität führt über kurz oder lang zu Zysten oder Entartungen am Eierstock.

Lange Rede, kurzer Sinn: An der Oparation führt kein Weg vorbei.

Wohnungskatzen sind vor allem in den Wintermonaten von Flohbefall geplagt. Flöhe sind wahre Weltmeister, wenn’s darum geht, in die Wärme und gemütlich durch den Winter zu kommen. In erster Linie bevorzugen sie natürlich freilaufende Katzen und Hunde, zur Not dient aber auch der Mensch als Vehikel, um in die warmen Wohnungen und Häuser zu kommen.
Die Nachfrage nach Flohmitteln ist in der kalten Jahreszeit fast großer, als in der warmen.

Für Reisen in das EU-Ausland benötigen sie:

- EU Pass
- gültige Tollwutimpfung
- registrierten Chip

Neben diesen gesetzlichen Anforderungen, ist es sehr ratsam, ihren Hund gegen Parasiten zu schützen; je nachdem, wohin die Reise geht. In den südlichen Ländern geht prinzipiell mehr Infektionsgefahr von Stechmücken aus, als in den nördlichen.
Ebenso empfiehlt es sich, eine Reiseapotheke für Durchfall, Verletzungen oder dergleichen zusammenzustellen. Wir sind ihnen dabei gerne behilflich.

Es gibt Umstände, die einen Hausbesuch zwingend erfordern. Wenn der Patient nicht transportabel ist, geht’s nicht anders.  Prinzipiell bevorzugen wir die Visite in der Praxis weil:

- die Tiere sind leichter zu händeln
- die Krankengeschichte ist einsehbar
- diagnostische Hilfsmittel wie Röntgen oder Labor sind vor Ort
- ebenso Therapeutika
- wir verletzen nicht die Privatsphäre des Tieres
- ein Hausbesuch kostet sie ca. das Doppelte bei schlechterer Performance

Nichts desto trotz gibt es natürlich Tiere, die im Wartezimmer des Tierarztes jenseits des Erträglichen leiden. Wenn sie ihrem Tier keine langen Wartezeiten zumuten wollen, vereinbaren sie doch bitte einen Termin außerhalb der regulären Ordinationszeiten. Wir kommen ihnen hier gerne entgegen.

Euthanasien führen wir auf Wunsch sehr wohl in der vertrauten Umgebung des Tieres durch.